Erinnerung an Falcone und Borsellino auf Demonstrationsbannern

Palermo, am 23. Mai 1992 um 22.00 Uhr, in der Pause der TV-Show „Wetten, dass …“ gibt eine Sonderausgabe von Tg1-Rai1 den Tod von Giovanni Falcone und mindestens drei Bodyguards bekannt. Verletzt wurden etwa zwanzig weitere Menschen.

Um 17.57 Uhr war auf der Strecke zwischen dem Flughafen Palermo und Siziliens Hauptstadt eine Bombe mit 500 Kg Sprengstoff an einem Abwasserrohr explodiert. Falcone war mit seiner Frau und den Leibwächtern auf dem Weg zu seinem Ferienhaus.

1987 hatte der Richter gemeinsam mit seinem Kollegen Paolo Borsellino (starb am 19. Juli 1992 durch ein Attentat mit einer Autobombe auf dem Weg zur Wohnung seiner Mutter) den größten Prozess Italiens eröffnet. In dem Verfahren gegen rund 400 Mafia-Mitglieder, in einem eigens dafür gebauten Bunker aus Stahlbeton, wurden Hunderte Mafiosi wurden verurteilt.

Im Politthriller „Schmutzige Hände“ beschreibt Giancarlo de Cataldo den neuen Machtkampf der Mafia gegen den italienischen Staat. In Rom, Florenz und Palermo explodieren Bomben, die Richter Falcone und Borsellino fallen grausamen Attentaten zum Opfer. Die Mafia agiert skrupelloser denn je, entschlossen, die Regierung zu einem neuen Pakt zu zwingen.

„1993 konnte schließlich der Chef des Mafia-Clans Corleonesi, Toto Riina – Drahtzieher hunderter Mordanschläge – verurteilt werden. Er wird auch für die Morde an Falcone und Borsellino verantwortlich gemacht und sitzt immer noch in Haft.“ (Euronews)

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23. Mai 2013